Hitzerekorde sehen anders aus

als politische: Die FDP zum Beispiel mit ihren aktuell gerade noch 4 Prozentpünktchen.  Das ist zwar nur ein Ergebnis nach Umfragen, die sind aber schon wieder so repräsentativ, daß die politische Beerdigung auch bei nur wenig über 1000 Trauergästen stattfinden kann. Oder die Rekordversuche des Joachim Gauck:  Bei der CDU wollte er sich beliebt machen, bei der CSU auch, die FDP ist sowieso sein heimlicher Liebhaber, bloß bei den Linken, da hat`s bis zuletzt nicht wirklich funktioniert: Angeblich war zuviel Stasi-Jagd im finsteren Spiel. Dabei war er nun wirklich nicht jedem hinterhergelaufen, bloß weil der sein goldenes Richtmikrofon und etwa einen Kubikmeter Abhörprotokolle  ins Klo runtergespült hat.  Gauck hätte echt die ins Visier nehmen müssen, denen dieses so zielgerichtet und sinngemäß abführende Papier freundlicherweise gewidmet war.  
  Zu heiß ist es wohl auch einem russischen Spionagering in den USA geworden. Das FBI jedenfalls war eiskalt genug und hat einen solchen angeblich auffliegen lassen. In Moskau dementierte man umgehend: Putin trete schon lange nicht mehr heimlich als Ronald McDonald in Erscheinung, weil längst Medjedew auf Hamburger-Bratereien spezialiert sei, wie er im kulinarischen Duett mit Obama unlängst unter Beweis stellen konnte.  Und auch dafür muß kein Fuß auf amerikanischem Boden gesetzt werden: Schlachter-Lizenzen werden schon seit vielen Jahren auch im russischen Hinterland durchaus effizient und machtpolitisch gewinnbringend vergeben.
 Also wem da nicht nach einem kühlen, erfrischenden Lüftchen zumute ist: Der Modezaar Wolfgang Joop steigt beim Unterwäsche-Giganten (bei XXL hört der Spaß aber dann trotzdem auf) Schiesser ein. Joop will dem in totalen Feinripp verstrickten Unternehmen in den Bereichen Marketing und Design unter die Arme greifen. Hab` ich von Armen gesprochen? Ich mein` natürlich,  in den Schritt…
 Hat da wer hitzefrei gerufen? Eine gute Idee, wenn nicht die beste in diesen Tagen, wo landauf landab fußballtrunkene Märchenonkel und -tanten unterwegs sind
, die jeweils nächsten bösen Mannschaftwölfe im Trikotpelz niederzukrakeelen. Frei von Hitze und sonstigen deutschen Ausnahmeerscheinungen kommen wir vielleicht sogar noch auf die Idee, unseren Kindern ein echtes Sommermärchen vorzutragen. Anfangen würde das dann so: Es war einmal, da verschwanden Unmengen von Öl in einen unheimlichen Schlund auf den Meeresboden. Im Iran verwandelte sich in nur 1000 und einer Nacht alles angereicherte Uran in Gold für Schmuck und Zahnfüllungen. Und das Volk von Nordkorea staunte nicht schlecht, als es eines Morgens aufwachte und kein selbsternannter Führer  ihnen mehr ins Ohr schrie, daß sie gefälligst zu verhungern hätten, wenn sie für hilfesuchende Worte den Mund aufmachen…


 Das wäre die Sorte Sommermärchen, für deren Verwirklichung  ich sogar schwarz-rot-goldene Unterhosen von Schie-Joopser im einer videoüberwachten Umkleidekabine mit Putin und Wulff anprobieren würde.  Und ich würde auch sonst viel dafür geben. Andererseits:  Wer es mit nur 4 Prozent Meinungsanteil bis in ferne Länder, nahegelegene Hotels und tiefe Steuersätze schafft, kann sich ebenfalls einer märchenhaften Glaubwürdigkeit rühmen. Da würde ich mich selbst nur zu gerne mal einer Umfrage stellen:  Herr Ibach, Sie selbst glauben aber nicht mehr an Märchen, oder?  Und meine Antwort könnte nur lauten: Heiß, ganz heiß, noch heißer…

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